Betrachtungen zum Scharfschützengewehr SSG 82 - Kal. 5,45 x 39mm (.215)
Ich habe mich entschlossen, für einen kleinen Kreis von Interessenten einige
Grundgedanken, die zur Entwicklung des o. g. Gewehres geführt haben, niederzuschreiben. Sie sollen als eine Art waffentechnischer Schulung für unseren Verein dienen und das
Verständnis für bestimmte Grundprinzipien bei der Entwicklung von Handfeuerwaffen untermauern.
Weiterhin ist der Artikel unter dem Eindruck so genannter „Sachverständiger” entstanden, die ihre geistigen Ergüsse in einschlägigen Fachzeitschriften veröffentlichten. Die Schreiber der bisher erschienenen Artikel über das Scharfschützengewehr SSG 82 lassen erkennen, dass es ihnen am nötigen Fach- und/oder Hintergrundwissen fehlt - oder was noch schlimmer wäre, sie sind beauftragte Kritiker. Ihnen geht es nur darum - wie sollte es auch anders sein - diese Waffe schlechter zu machen als sie in Wirklichkeit ist.
Aber auch hier gilt: Rufmord gehört als Mehrzweckwaffe zum politischen Geschäft.
Im Jahr 1981 wurden die auf dem Gebiet der DDR stationierten sowjetischen Truppen
mit dem Waffensystem im Kaliber 5,45 x 39mm ausgerüstet. Im folgendem Jahr begann in der DDR, im Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann” in Suhl und im
GWB Wiesa, die Lizenzproduktion der sowjetischen Maschinenpistole bzw. des LMG-Systems Kalaschnikow „AK-74” im Munitionskaliber 5,45 x 39mm.
Fast zeitgleich wurde im Bereich der Hauptabteilung XXII des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der Einsatz eines Spezialgewehres für die taktischen Formationen und die Antiterror-Diensteinheit vorgesehen. Diese Diensteinheiten des MfS verfügten über einen hohen operativ-taktischen Ausbildungsstand und waren für die Unterbindung bzw. Bekämpfung von Attentaten, Geiselnahmen und terroristischen Anschlägen auf dem Staatsgebiet der DDR vorgesehen.
Die Abt. Bewaffnung/BCD des MfS unternahm ebenfalls Bestrebungen zur Konstruktion eines geeigneten Gewehres im Kaliber 5,45 x 39mm. An die Konstruktion dieser Spezialwaffe wurden bestimmte Maßstäbe im Rahmen der taktischen Verwendung sowie zwingender ökonomischer Erfordernisse gesetzt:

Im Zusammenhang damit sollten neu gewonnene Fertigungsmethoden bzw. –techniken, gleichermaßen für den zivilen Fertigungsbereich der Jagd- und Sportwaffen
nutzbar gemacht werden. Auch das MfS musste sprichwörtlich mit jeder Mark der DDR rechnen – sofern diese aus dem Staatshaushalt der DDR kam. Die Entwicklungskosten dieses
Spezialgewehres kamen aus dem Staatshaushalt und stellten somit einen großen ökonomischen Zwang dar. Nach einer relativ kurzen Entwicklungszeit wurde die Spezialwaffe unter dem Namen
"SSG 82" in den oben genannten Bereichen eingeführt. Es wurden ca. 2000 Waffen diesen Typs hergestellt.
An dieser Stelle sei noch einmal betont, dass es sich um eine Waffe für spezielle Einsätze handelt. Eine Nutzung für die Nationale Volksarmee schied wegen Nichteignung aus. Ein bestimmter Bestand war für das Ministerium des Innern (MdI) sowie Spezialkräften der Bereitschaftspolizei vorgesehen.
Zu den Berichten der so genannten Waffensachverständigen, die ihre Ergüsse über diese Waffe ausschütteten, sei nur eines bemerkt:
Geistiger Dünnschiss
Eine Doku zum SSG 82 kann über gh[at]ssg-82.de angefordert werden.
Hier kann ich nur mit Wilhelm Busch sagen: “Wenn einer, der mit Mühe kaum, gekrochen ist auf einen Baum, schon meint das er ein Vogel wär, so irrt sich der”.